Das Thema 2012 erscheint uns logisch, wenn man das hohe Mass an Comorbidität im kardiovaskulären Bereich bei unseren NierenpatientInnen bedenkt. Unsere Patienten werden älter, begleitende Herzprobleme sind häufig.
Ronco hat schon vor einigen Jahren versucht, die verschiedenen möglichen Zusammenhänge von Herzleiden und Nierenleiden systematisch in fünf Typen von kardiorenalem Syndrom zu fassen. Andere sprechen auch unter bestimmten Umständen vom renokardialen Syndrom. Zudem definieren sich zumindest teilweise die Behandlungsziele neu: Nicht nur Überleben um (nahezu) jeden Preis, sondern Leben mit Qualität rückt in den Mittelpunkt. Bei Krankheiten ohne Aussicht auf Heilung ein wesentlicher Aspekt.
Gemäß unserem Motto in Wels „Fortbildung von uns – für uns“ ist es wieder gelungen Nephrologinnen und Nephrologen aus ganz Österreich und von allen Medizinischen Universitätskliniken Österreichs zu den relevanten Fragen unseres Faches nach Wels zu bitten und alle haben zugesagt. Ich bin überzeugt, dass sie die ihnen gestellten Fragen praxisgerecht aufbereiten werden. Eine besondere Freude ist es uns, wieder einen Gast aus dem benachbarten Ausland, eigentlich unserem gemeinsamen Europa, für unser Seminar begeistern zu können. Professor Fliser wird für uns ein wenig „über den Tellerrand schauen“.
Trotz all der Wissenschaft, der vielen evidences, das heisst der vielen Daten und Befunde (nicht aber unbedingt Beweise, wie "evidence" often missgedeutet wird) denke ich persönlich, dass bei unseren Patienten die „ärztliche Kunst“ immer mehr gefragt ist. Das ist jene Mischung aus höchstem Fachwissen und menschlicher und sozialer Kompetenz, die in der immer mehr technisierten Medizin schnell einmal zu kurz kommen kann. |